Rückblick auf ein erfolgreiches Museumsjahr

Mit einem positiven Rückblick auf das vergangene Museumsjahr und einem Ausblick auf den geplanten Wiederaufbau der Alpe Bierenwang auf dem Museumsgelände hatte die Mitgliederversammlung des Allgäuer Bergbauernmuseum e.V. ihre zentralen Themen.
Der Museumsverein trägt gemeinsam mit einem Team aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern den Betrieb des Museums in Diepolz im Auftrag der Stadt Immenstadt. Ein Schwerpunkt der Museumsarbeit liege, so erläuterte Betriebsleiter Thilo Kreier, weiterhin auf Kursen, Führungen und museumspädagogischen Angeboten. Neu im Programm seien die Schulführungen „Unser Allgäu – eine besondere Kulturlandschaft“ sowie „Selbstversorgung und Globalisierung“. Besonders gut angenommen werde die tägliche Mittagsaktion, bei der Besucher gemeinsam mit den Hauswirtschafterinnen kochen oder basteln können. Ergänzt werde das Angebot durch tägliche kostenlose offene Führungen im historischen Sattlerhof.
Vorsitzender Siegfried Zengerle berichtete über die weiterhin sehr gute Zusammenarbeit mit den öffentlichen Förderern. Die Finanzierungsvereinbarung der Stadt Immenstadt als Trägerin des Museums mit dem Bezirk Schwaben und dem Landkreis Oberallgäu habe sich bewährt. Auch die Kooperation im Beirat sowie mit den Verantwortlichen von Bezirk, Landkreis und Stadt Immenstadt entwickele sich ausgesprochen konstruktiv.
Das Zusammenspiel mit der Stadt Immenstadt verlaufe bestens. So konnten während der umfangreichen Straßenbaumaßnahmen zwischen Knottenried und Diepolz gemeinsam gute Lösungen für die Erreichbarkeit des Museums und die Parksituation gefunden werden. Zudem entstanden ein E-Ladeparkplatz am Museumsgelände, ein neues Schindeldach auf der Höfle-Alpe, neue Sitzmöglichkeiten aus Holz sowie eine neue Nestschaukel auf dem Abenteuerspielplatz. Für 2027 sei zudem die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Eingangsgebäude angedacht. Der beliebte Kuhnigundenweg des Forstreferats der Stadt erfreue sich seit eineinhalb Jahren großer Beliebtheit und wird vom Museum mitbetreut. Mehr als 1.500 Schatzkarten wurden seit der Eröffnung verkauft.
Besonderen Dank sprach der Vorsitzende den insgesamt 29 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus, die gemeinsam rund sieben Vollzeitstellen abdecken. Neu im Team begrüßt wurden Christine Herz, Ruth Klaus, Laura Hagspiel, Lina Zick und Anna Geißler, sie stammen allesamt aus dem Bergstättgebiet: "Genauso war es bei der Gründung des Museums gedacht: Arbeitsplätze direkt vor Ort sollten entstehen!", so Zengerle. Die Leitung des Sattlerhof-Teams übernahm Hauswirtschaftsmeisterin Rosi Mair. Sie folgte Martha Keller, die in den Ruhestand ging, dem Museum aber als Kursleiterin und Aktivposten erhalten bleibt. Großen Applaus erhielten auch die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die das Museum in vielfältiger Weise unterstützen – von Schreinerarbeiten über Themenführungen bis hin zur Pflege des Kräutergartens. Die Mitgliederzahl des Vereins stieg leicht von 415 auf 418 Mitglieder.
Einen weiteren Schwerpunkt der Versammlung bildete die Vorstellung des Konzepts für den Wiederaufbau der Bierenwang-Alpe: die Planungen und Abstimmungen mit den verschiedensten Behörden und Fördergebern laufen bereits auf Hochtouren. Die Kinderalpe Bierenwang soll künftig einen wichtigen Baustein im Museumskonzept bilden und die Sammlung des Allgäuer Bergbauernmuseums um eine besondere Perspektive ergänzen: die Sicht der Kinder auf das Leben in den Allgäuer Bergen vor rund 70 Jahren. Träger der Baumaßnahme wird die Stadt Immenstadt sein. Derzeit laufen die Abstimmungen mit Zeitzeugen, Ausstellungsmachern und möglichen Fördergebern – mit 270.000 Euro aus der Fraktionsinitiative des Bayerischen Landtags habe das Projekt schon die erste Hürde bei der Finanzierung genommen, so Zengerle.
Einstimmig beschlossen die Mitglieder eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge. Erstmals seit 2011 steigen diese nunmehr wieder, und zwar um 5 Euro auf 20 Euro pro Mitglied sowie 10 Euro (statt 7 Euro) für den jeweiligen Partner beziehungsweise die Partnerin, Kinder zahlen weiterhin nichts.
Bereits jetzt wirft das Museum seinen Blick auf das Jahr 2027. Dann steht das 25-jährige Bestehen an. Geplant sind ein Festnachmittag mit Ehrungen im Traktorenparcours, zahlreiche Sonderveranstaltungen sowie besondere Jubiläumsprodukte wie ein eigenes Jubiläumsbier oder -eis.
Foto: Probesitzen auf der ehemaligen Diepolzer Schulbank: Zweite Vorsitzende Philine Blees, Bezirksrätin Barbara Holzmann und die Bürgermeisterin von Missen-Wilhams, Martina Wilhelm (von links) nahmen auf dem ersten Exponat der neuen Alpe Bierenwang Platz, das Oswald Kohlross dem Museum überließ. Hinten von links: Museumsbauer Richard Wiedemann, Vereinskassier Albert Perner, Schriftführer Reinhold Sontheim, die Beiräte Hubert Ritter und Peter Kohlross sowie Vorsitzender Siegfried Zengerle.


